Agro-Treuhand Rütti AG

Interview mit Annie und Ruedi Schneider, geführt im Februar 2004

Was hat Sie dazu bewogen, die Treuhanddienstleistungen der ATR AG zu beanspruchen?

Ruedi Schneider: Bereits mein Vater hat seine Buchhaltung über den damaligen Beratungs- und Buchhaltungsring Rütti abschliessen lassen.

Annie Schneider: Für uns war von Anfang an klar, dass wir aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen eine Buchhaltung führen wollten.

 

Welche Rolle spielt die persönliche Beziehung zu Ihrem Treuhänder?

Ruedi Schneider: Gegenseitiges Vertrauen ist sehr wichtig. Die Betreuung von Hans Hofer bewegt sich vor allem im steuerlichen Bereich. Je besser der Treuhänder über den Betrieb informiert ist, desto besser kann er seine Kunden auch in betriebswirtschaftlichen Fragen beraten.

 

Was war der Grund für die Neuausrichtung Ihres Betriebes?

Ruedi Schneider: Bereits bei der Betriebsübernahme hatten wir klare Pläne, wie wir unseren Betrieb ausrichten wollen.
Zur Planung gehören für mich Fragen wie zum Beispiel: Wo liegt der Betrieb? Wie gross ist er? Welche Interessen hat der Betriebsleiter und seine Familie? Kann man etwas kombinieren?
Der heutige Betrieb gibt Antworten auf diese Fragen. Die flächenmässige Grösse spielt keine Rolle mehr. Zuerst arbeitete ich noch im Nebenerwerb und die Hauptbetriebszweige bestanden aus der Mutterkuhhaltung und den Saatkartoffeln. Langsam bauten wir den Beerenanbau auf Kosten der Saatkartoffeln, die Weihnachtsbäume und die Brennholzvermarktung auf. Heute verkaufen wir pro Jahr ca. 10 Tonnen Heidelbeeren, ca. 7 Tonnen Erdbeeren und ca. 1’500 Weihnachtsbäume.

Annie Schneider: Nachdem mein Mann im 1996 den Nebenerwerb endgültig aufgegeben hatte, begannen wir zusätzlich mit der Betreuung von Jugendlichen im Rahmen einer Drogentherapie oder als Partnerfamilie von einem Schulheim. Die offene Tür für Benachteiligte in unserer Gesellschaft bringt uns Abwechslung und Nebeneinkommen.

 

Sie haben eine eigene Homepage, was hat sie Ihnen bis jetzt gebracht?

Ruedi Schneider: Es ist nicht klar wie viele Kunden wir dank dem Internet neu gewinnen konnten. Anfragen für Holz kamen aus dem Tessin oder sogar aus Polen.

Annie Schneider: Am Anfang war unser Prospekt. Mit ihm konnten wir unseren Kunden unser gesamtes Angebot präsentieren. Der „Holzkunde“ beispielsweise wusste vorher nichts von unserem Fleischangebot.

Ruedi Schneider: Werbung machen wir auch mit der Beschriftung des Autos, des Anhängers und mit der Hoftafel.
Die Homepage ist eine weitere Form von Werbung. Selbst Bekannte reagierten überrascht, denn sie kannten unser Angebot nicht vollumfänglich.

 

Bereits seit 1992 führen Sie Ihre Buchhaltung mit dem PC, was war der Ausschlag?

Annie Schneider: Der Ausschlag war, dass damals unsere Schreibmaschine ausgestiegen ist. Statt einer neuen Schreibmaschine, kauften wir einen PC. Da war es nahe liegend, dass wir ebenfalls die Buchhaltung auf dem PC führen wollten.

 

Wie sieht die Buchführung heute aus?

Annie Schneider: Im 2003 wechselten wir auf die Buchhaltungssoftware „AGRO-TWIN Cash“. Mit dieser Software können die Buchungen während des Jahres erfasst werden. Später möchten wir aber wie früher auch, die Abschlussbuchungen selber erfassen können.

 

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Betriebes?

Ruedi Schneider: Unser Ziel war es immer, dass unser Betrieb einer Familie eine Existenz bietet und später auch als solche weitergegeben werden kann. Wenn die eigenen Kinder später den Hof übernehmen, ist das natürlich schön. Unser Sohn will als erstes Landschaftsgärtner lernen, diese Ausbildung passt gut zu unserem Betrieb.

Annie Schneider: Unsere Töchter helfen in ihrer Freizeit ebenfalls tatkräftig auf dem Betrieb mit und zeigen grosses Interesse. Sie schätzen den Wert von unserem Hof im Emmental. Auch sie sehen allerlei Möglichkeiten daraus etwas zu machen, eventuell zusammen mit ihren sozialen Berufen. Wir lassen uns überraschen.

Ruedi Schneider: In Zukunft möchte ich eher weniger Zeit für den Betrieb aufwenden, stelle aber fest, dass Zurücktreten schwieriger ist als Gasgeben.

 

Ruedi und Annie Schneider, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch.

Beatrix, Cornelia, Annie, Kilian und Ruedi Schneider

Ruedi und Annie Schneider-Siegenthaler produzieren und vermarkten auf ihrem Betrieb in Biembach Heidelbeeren, Erdbeeren, Weihnachtsbäume, Brennholz und Naturabeef. Ruedi Schneider hat per 1.1.1984 den Betrieb mit 12 Ha Land und 5 Ha Wald von seinen Eltern übernommen. Ruedi und Annie Schneider werden seit 1985 von Hans Hofer betreut. Bereits bei der Betriebsübernahme wurde die Milchproduktion aufgegeben und damit die Grundlage zum Aufbau der Mutterkuhhaltung geschaffen. Über all die Jahre haben Schneiders die Betriebszweige Beerenanbau, Weihnachtsbäume und Holzverkauf aufgebaut. Neben der umfangreichen Direktvermarktung betreuen Ruedi und Annie Schneider Jugendliche.